Angedacht von Vikarin Charlotte von Kügelgen

Nachricht 08. Mai 2021

Mit Gott in Kontakt bleiben

 

Von Vikarin Charlotte von Kügelgen, Uchte

Eine Feier: Die Einladungskarten sind verschickt, Vorbereitungen werden getroffen, letzte Dinge werden eingekauft, die Spotify-Playlist wird aktualisiert. Vorfreude steigt auf, aber da ist auch dieses leise Gefühl der Beklommenheit, denn es wird das letzte Treffen in dieser Runde sein. Nach diesem Abend trennen sich die Wege, die Freund*innen bleiben am altbekannten Ort, doch es geht woanders weiter. Und dann diese Frage: Welche Worte wähle ich für meinen Abschied? Etwas Freudiges? Etwas Tröstendes? Etwas Wertschätzendes? Oder etwas Klärendes? Auf jeden Fall ein „Wir bleiben in Kontakt“.

Auch Jesus musste sich überlegen, wie er sich von seinen Jüngern verabschiedet. Es gibt viele Bilder, die an Jesu Abschiedsfeier erinnern: An einem langen, gedeckten Tisch sitzt er inmitten der zwölf Jünger.  Oft schon hatte Jesus mit ihnen zusammengesessen und von Gott erzählt. Jesus sagte einmal: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – wenn jemand zu meinem Vater kommen will, dann nur durch mich!“ (nach Joh-Evg 14,6). Wenn ich mir diese Worte zu Herzen nehme, wird mir die Tragweite dieses besonderen Abschieds bewusst: Jesus, der einzige Zugang zu Gott, verlässt die Welt. Er verlässt die Welt seiner Jünger und er verlässt zugleich auch unsere Welt. Jesus geht zurück zu seinem Vater, wir bleiben hier zurück. Das klingt nach einem harten Bruch und dem Ende seiner Beziehung zu uns.

Aber Jesus verspricht uns: „Wir bleiben in Kontakt“. Er sagt nicht etwa „schreibt mir“ oder „ruft mich an“, sondern: „Betet! Redet mit Gott. Bittet ihn!“. Nach Jesu Abschied bleibt das Gebet. Jesus sagt: „An jenem Tag (an dem Tag, an dem Jesus zu Gott zurückgeht,) werdet ihr bitten in meinem Namen.“ (Joh 16,26) Und was sollen wir beten? Da sind wir frei. Reden wir einfach mal mit Gott und wenn es nur übers Wetter ist. Sagen wir ihm mal „Danke für meine Freund*innen.“ Es gibt verschiedene Arten zu beten: Wir können Gebete sprechen, die andere formuliert haben, wie die Psalmen und das Vaterunser, wir können mit eigenen Worten oder in Gedanken beten, singend, im Stehen oder mit gefalteten Händen. Jede*r kann beten und so mit Gott in Kontakt bleiben - auch noch 2000 Jahre nach Jesu Abschied.

Ihre

Charlotte von Kügelgen, Vikarin

Kontakt

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