Angedacht von Pastor Ingo Krause

Nachricht 06. Juli 2019

Zeugnisse

Zeugnisse

 

Zeugnistag. Der Junge kommt nach Hause und wird von seiner Mutter mit den Worten empfangen: "Wo ist dein Zeugnis?" Der Sohn schaut die Mutter an und antwortet: "Das hab ich einem Freund geborgt. Der will damit seinen  Vater erschrecken."

Ich hoffe, dass nur wenig Eltern einen Schrecken bekommen, wenn Sie heute einen Blick auf das Zeugnis ihres Kindes werfen. Wenn die Schüler und Schülerinnen in Niedersachsen heute ihre Zeugnisse erhalten, dürfte das den einen Freude, den  anderen eher Kummer bereiten, je nach dem wie die Beurteilungen ausgefallen sind.

Allerdings sollten die Zeiten vorbei sein, in dem Kinder sich nicht nach Hause trauen, weil sie in der Schule schlechte Noten erhalten haben. Denn die Lernpsychologie zeigt auf, dass Strafen und Strafpredigten ungeeignete Mittel sind, um Veränderungen herbei zu führen. Hilfreicher ist es, mit dem Kind Strategien zu entwickeln, wie es zu besseren Leistungen kommen kann. Muss das Lernverhalten verändert werden, kann es Hilfsangebote geben, sollte man durch kleine Belohnungen Lernanreize setzen?

Im Übrigen ist dieser Zeugnistag nur einer von vielen Tagen, an denen wir uns Bewertungen aussetzen müssen. Wir geraten immer wieder in die Situation, dass wir bewertet werden. Schon als Neugeborene erhalten wir in der U1 erste Bewertungen, später im Kindergarten und erst recht in der Schule werden wir beurteilt. Arbeitszeugnisse Führungszeugnisse, Gesundheitszeugnisse oder Jahresgespräche werden folgen.

Und wir selber urteilen auch, wenn wir auf das Aussehen oder das Verhalten anderer achten. Auch der Apostel Paulus hatte sich mit Beurteilungen auseinander zu setzen. Nachdem er in Korinth erfolgreich eine christliche Gemeinde gegründet hatte, hatte er seine Missionsreise fortgesetzt. Kurz darauf kamen Vorwürfe auf, dass sein Auftreten schwächlich und seine Redekunst ärmlich gewesen seien. Daraufhin argumentiert er, dass  es allein auf Gottes Urteil ankommt. Nur der Herr kann über mich urteilen.“ ( 1.Kor 4,4)

Ein befreiender Gedanke. Auch wenn andere mich beurteilen oder auch wenn ich mich beurteile, ausschlaggebend ist, wie Gott mich beurteilt. Und gut zu wissen, dass Gottes Urteil von Liebe und Güte geprägt ist. Zu ihm können wir jederzeit mit unseren anderen Zeugnissen kommen. Seins zählt letztendlich.

Ihr

Ingo Krause, P.

 

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