Angedacht von Pastorin Katharina Behrens

Nachricht 24. August 2019

Gottes Schöpfung

Ende April. Nach der Konfirmation. Eine Konfirmandin hat mich eingeladen, noch auf ihrer Feier vorbeizuschauen. Es ist meine dritte Feier, darum sitzen alle schon beim Bierchen zusammen, als ich komme. Ich setze mich dazu, wir kommen ins Gespräch, und auf einmal geht es um Schöpfung und Umweltschutz. Keine Ahnung, wie wir da hingekommen sind. Wir sprechen darüber, was wir alles Einfaches tun können, um Plastik zu vermeiden: von Haarseifen über Rasierhobel und Obstnetze bis hin zu Zahnputztabletten. Ich gehe ganz beseelt nach Hause, bisher dachte ich, ich wäre unter meinen nahen und fernen Bekannten so ungefähr die einzige, die sich auf diesem Gebiet über die Obstnetze hinauswagt.

Weit gefehlt.

Ende Juli. Nach den Ferienspielen. Ich rausche kurz ins Gemeindehaus in Lavelsloh, um eine Nachricht weiterzugeben. Eine Mutter ist noch da. Wir kommen ins Gespräch: selbes Thema. Nun allerdings erweitert durch selbst gebackenes Brot, 3-Kilo-Säcke vom Demeter-Bauern und selbstgemachte Zahnpasta.

Und dieses Mal ist sie überrascht, dass es noch andere gibt, die das interessiert.

Gerade als Christin beschäftige ich mich inzwischen sehr mit diesem Thema, denn ich glaube, dass Gott unsere Welt sehr gut geschaffen und uns zur kreativen Gestaltung und Bebauung überlassen hat. Wir sollen uns kreativ und liebevoll um sie kümmern, so, wie er sie eben auch gestaltet hat.

Die heutige Tageslosung scheint das Gegenteil zu behaupten. In Kolosser 3,2 steht: „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ Oftmals werden solche Verse leider dazu benutzt, zu begründen, warum wir als Christen uns nicht bemühen müssen, diese Welt zu erhalten. Aber das, was droben ist, ist Gott und seine Liebe zu uns, zu dieser Welt. Wir sollen danach fragen, was sein Wille ist. Er beurteilte diese Welt als „sehr gut“. Sollten wir dann nicht versuchen zu erreichen, dass es so bleibt? Dass all das wunderbare Leben, das er geschaffen hat, auch weiter leben kann? Und dazu gehört: Plastik vermeiden, wo immer ich kann. Großer Pluspunkt bei diesen Versuchen: Es macht echt Spaß, Zahnpasta selber zu machen.

Ihre

Katharina Behrens, Pn.

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