Angedacht von Pastorin K. Behrens

Nachricht 13. April 2019

Gottesleuchten

Von Pn. Katharina Behrens, Essern

„Wo spürst du Gottes Gegenwart? Wo bringt er deinen Alltag zum Leuchten?“

Diese Frage bringt mich immer in Schwierigkeiten. Jeden Abend und jeden Morgen werde ich das von meiner neuen App XRCS (sprich: excercise) gefragt.

Tja, wo begegnet mir denn Gott im Alltag? Das ist noch gar nicht mal so schwer. Das bringt mein Beruf ja irgendwie so mit sich, dass mir Gott rein theoretisch, eher thematisch, eigentlich fast den ganzen Tag begegnet. Da bereite ich eine Pakka-Stunde vor, Thema Tod und Sterben – da begegnet er mir in dem, was ich meinen Konfis als Hoffnung mitgeben will. Auferstehung. Ewiges Reich Gottes. Keine Schmerzen, kein Tod mehr, sondern Neuschöpfung und Freude. Oder in der Predigtvorbereitung, wenn ich in einen Bibeltext eintauche, neue Entdeckungen mache, Dinge in Frage stelle – da ist Gott ganz deutlich. Und natürlich in jedem Gebet, das ich mit Trauernden, mit Feiernden und ganz für mich alleine spreche.

Das ist also gar nicht so schwer.

Aber wo er meinen Alltag zum Leuchten bringt? Wo glitzert Gott denn so in meinem Leben? Wo macht er mein Leben hell und licht?

Das erfordert von mir mehr Denkarbeit. Denn so habe ich meine Gottesbeziehung eigentlich nie gesehen, bevor ich diese App ausprobiert habe.

Aber manchmal kommen mir dann doch so Dinge in den Sinn, wo es glitzert: Beim Taufkurs mit dem Erwachsenen, der sich von mir taufen lassen will. Bei dem wir beide voneinander lernen und merken, wie groß und wunderbar Gott ist und wie tief das Geheimnis des Abendmahls. Oder wenn auf einmal die Konfis selber beten, statt mich das machen zu lassen. Oder wenn ich mein Büro einfach mal nach draußen verlegen kann, weil es frühlingshaft warm und sonnig ist. Oder wenn die Magnolie vor meinem Büro anfängt, zu blühen. Oder wenn das spontane Gespräch beim Röthemeier einfach gut getan hat.

Doch, es glitzert in meinem Alltag. Es leuchtet und strahlt. Und dass das Gott ist? Das war mir eigentlich bewusst, aber manchmal braucht es eine App, um sich das vor Augen zu führen.

Und auch diese App fügt dem Leuchten etwas hinzu, denn die paar Minuten Stille am Tag, die sie mir im Jahr der Freiräume beschert, die sind wertvoll. So wertvoll, dass ich sie vermisse, wenn es mal nicht klappt.

Ich merke: Doch! Mein Alltag leuchtet durch Gott.

Ihre

Katharina Berhens, Pn.

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