Angedacht von Pastor K. Gelshorn

Nachricht 20. April 2019

Ein merkwürdiger Tag

Von Pastor Karsten Gelshorn, Stolzenau und Schinna

Ein eigenartiger Tag ist dieser Karsamstag. Weder Fisch noch Fleisch!

Gestern schon haben wir an Jesu Leiden und Sterben am Kreuz gedacht und morgen erst feiern wir das Fest seiner Auferstehung.

Wir spüren an diesem ‚Zwischen‘-Tag eine merkwürdige Stimmung.

Und darum ist er für Christen ein stiller Tag: Jesus ist tot!

Der Karsamstag ist darum ein Tag des Schmerzes, des Scheiterns, ein Tag, der die Grabesstille, das Innehalten braucht.

Er liegt zwischen dem Tod und der Auferstehung Jesu und steht so für das Scheitern und die Liebe Gottes gleichermaßen.

Der Karsamstag ist das Bindeglied zwischen Karfreitag und Ostern.

Er macht uns deutlich, dass beide Tage so eng zusammengehören, wie die Henne und das Ei. Christenmenschen denken schon heute an die Pointe dieser Geschichte.

Darum fällt es vielen Glaubenden schwer, die Verzweiflung und Trauer nachzuempfinden, die die Zeugen der Kreuzigung erlebt haben.

Der Karsamstag ist ein merkwürdiger Tag.

Aber das helle, heitere und frühlingsgesättigte Osterfest braucht diesen Tag, an dem wir uns des Todes Jesu bewusst werden, um hinterher umso heller strahlen zu können.

Ostern als das Fest des Lebens und der Zuversicht, der Hoffnung und der Weite braucht den Durchgang durch die Schwere und die Einsamkeit des Todes Jesu.

Ohne Kreuzigung keine Auferstehung und ohne Auferstehung keine Überwindung des Todes!

Echte Befreiung, wirkliche Angstüberwindung, wahre Auferstehung werden erst dann in unseren Herzen spürbar sein, wenn sie sich gegen Kummer und Leid durchsetzen müssen. Deswegen möchte ich Sie ermuntern: Gönnen sie sich die Stille dieses Tages und lassen Sie sich von der Bedeutung des Karsamstags berühren. Es lohnt sich!

 

Herzlichst, Ihr Karsten Gelshorn, Pastor in Stolzenau und Schinna

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