Angedacht von Superintendentin Dr. Goldhahn-Müller

Nachricht 05. Mai 2019

'Mit Gott wollen wir Taten tun!' (Psalm 60)

Vom Superintendentin Dr. Ingrid Goldhahn-Müller

Sie hat ein paar kleine Beulen.  Und am oberen Rand ist der Lack schon ein wenig dem Rost gewichen. Doch wie gut, dass wir sie aufbewahrt haben, die alte Sammelbüchse für 'Brot-für-die-Welt', die von den Anfängen des großen evangelischen Hilfswerks erzählt. Ihren 60. Geburtstag feiert sie in diesem Jahr, die Sammeldose, genau wie die Organisation 'Brot-für-die-Welt' selbst.  Auf der Vorderseite die 'Hungerhand' des Berliner Künstlers Rudi Wagner, die sich flehend aus der Tiefe nach oben streckt. Als wollte sie sagen: ' Lasst nicht zu, dass sie sterben, all die Kinder, Frauen und Männer mit den vor Hunger aufgedunsenen Bäuchen und den spindeldürren Armen und Beinen'. Die Motive auf den Sammeldosen haben sich geändert im Laufe der Zeit. Aus der Ernährungshilfe in ganz akuter Not sind längst nachhaltige Projekte geworden, die der Hilfe zur Selbsthilfe dienen: Brunnenbau, landwirtschaftliche Initiativen, Aufbau von medizinischen Stationen, Waisenhäusern und Bildungseinrichtungen. Entwicklungspolitische Themen wie Menschenwürde, Ökologie, Gleichstellung der Geschlechter und Einsatz für eine nachhaltige und faire Lebens- und Wirtschaftsweise kamen hinzu.  In 97 Ländern ist 'Brot -für -die- Welt' heute mit nahezu 2000 Projekten präsent.  

Mit Gottesdiensten und der 'rollenden Litfaßsäule' unserer Landeskirche, die im August in unseren Kirchenkreis kommt, wollen wir in den kommenden Monaten auf das besondere Jubiläumsjahr aufmerksam machen und zugleich auch den unzähligen Spenderinnen und Spendern danken, die spätestens in jeder Adventszeit unser Hilfswerk 'Brot-für-die-Welt' bedenken. 

Für mich  gehört die Aktion unbedingt aber auch schon jetzt in die österliche Zeit hinein. Mit der Auferstehung Jesu Christi hat sich Gott ein für allemal als ein Freund des Lebens gezeigt. Als ein Gott, der stärker ist als der Tod und der es nicht zulässt, dass Unrecht und Qual das letzte Wort behalten. Ostern als Fest des Lebens will unseren Blick auf ewiges Leben jenseits unserer Erdenzeit richten; und zugleich appelliert es eindringlich und kraftvoll an unsere Verantwortung für das Leben hier und jetzt. Es ist Aufstand gegen den sozialen Tod, gegen Kriegs- und Hungertod und alles Lebensfeindliche.  'Mit Gott wollen wir Taten tun', steht aus Psalm 60 in den Herrenhuter Losungen über dem heutigen Sonnabend.  Taten der Liebe und Barmherzigkeit im Zeichen des Osterlichts. Glaubwürdigen Einsatz für das Leben in unserer Nähe und in der Ferne.  Hilfswerke wie 'Brot-für-die-Welt' verhelfen uns dazu. Und wie gut, dass wir den lebendigen Gott an unserer Seite wissen dürfen.

Ein erfülltes Wochenende wünscht Ihnen

Ihre Ingrid Goldhahn-Müller

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