Angedacht von Prädikantin Caren Braun

Nachricht 09. Juni 2019

Bewahren wir Gottes Schöpfung?

Von Caren Braun, Prädikantin

Vor über 10 Jahren habe ich meine erste Predigt gehalten. Der Predigttext stand im 1. Buch Mose im 2. Kapitel. Dort steht im Vers 15: „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ Diese Worte aus dem Alten Testament haben sich bei mir eingeprägt. Ich staune jeden Tag über Gottes Schöpfung.

Heute ist der Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sind nach einem UN-Bericht vom Aussterben bedroht. Viele von ihnen könnten bereits in den nächsten Jahrzehnten verschwunden sein. Damit ist der Verlust an Artenvielfalt heute eine unterschätzte Bedrohung und ein ebenso drängendes Problem wie der Klimawandel und nur tiefgreifende Veränderungen könnten den Schaden noch begrenzen.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage empfinden mehr als 90 Prozent der Europäer eine moralische Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten. Und sie haben Recht! Der Mensch braucht sauberes Trinkwasser, reine Luft, gesunde Nahrung, gutes Klima und eine lebenswerte Umwelt.

In Deutschland ist fast jede dritte Wildpflanze vom Aussterben bedroht. Besonders betroffen sind auch Vogel- und Insektenarten, darunter viele Wildbienenarten. Fehlen Bienen, Fliegen und Schmetterlinge, gerät die Nahrungskette in Gefahr: Pflanzen werden nicht mehr bestäubt. Vögeln und anderen Tieren fehlt Nahrung – und früher oder später fehlt sie auch den Menschen.

Genau darum geht es im Kern beim Artenschutz: Ohne das Zusammenspiel der Arten gäbe es kein Leben auf dem Planeten. Keine Pflanzen und Pilze, die aus Materie Biomasse erzeugen. Keine Tiere, die sich von den Tieren ernähren, die dank dieser Pflanzen leben. Und keine Lebewesen, die tote Lebewesen ersetzen und darauf neues Leben ermöglichen. Es ist ein ewiger Kreislauf, den die Natur sich in Millionen Jahren zum Überleben geschaffen hat.

Unsere Kirchengemeinden tragen schon seit Jahren mit ihrer ökologisch orientierten Vorgehensweise zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt bei. So gibt es Naturprojekte in Kindergärten, Lebensräume für Tiere in kirchlichen Gebäuden, Kloster- und Pfarrgärten.

Und ich frage mich, was kann ich tun, um diese wunderbare Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu schützen? Vielleicht hilft es schon, wenn ich öfter mal das Auto stehen lasse und stattdessen mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahre, wenn ich zum Einkaufen wiederverwendbare Einkaufskörbe nutze, wenn ich im Garten eine Wildblumenwiese anlege. Das ist schon mal ein kleiner Anfang.

Denn Gott bittet uns eindringlich: Seid Bewahrer und Beschützer meiner Schöpfung!

Ihre

Caren Braun, Prädikantin

 

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