Angedacht von P. A. Dreyer

Nachricht 10. Februar 2019

Passionszeit

Von Pastor Andreas Dreyer, Landesbergen

Haben Sie es gemerkt? Schon zwei Wochen früher als gewöhnlich begann in diesem Jahr die sog. Vorfastenzeit, auch „Zeit vor der Passionszeit“ genannt. Und das, obwohl wir in diesem Jahr sogar ein eher spätes Osterfest haben: bis Ende April müssen wir darauf warten. Grund dafür ist, dass die Epiphaniaszeit seit diesem Jahr verkürzt worden ist. Mehr Ostern, weniger Weihnachten, wenn man es denn kurz und prägnant auf den Punkt bringen will. Und irgendwie stimmt es ja auch: ist Weihnachten erst mal rum, richtet sich der Blick nach vorn, auf Ostern zu -  und nicht zurück auf die Weihnachtsfeiertage des vergangenen Jahres. Der Lebkuchen mundet dann auch nicht mehr so recht, und die Christbäume sind eh lange entsorgt. Sehnsüchtig warten wir jetzt auf den Frühling und freuen uns der zunehmenden Tageslängen, mehr als neun Stunden sind jetzt schon wieder erreicht. Und die Osterbotschaft ist es allemal wert, neu ins Bewusstsein geholt zu werden.  ‚Die Moderne ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vergangenheit mehr und mehr verschwindet und das Warten das große Motiv der Menschen ist‘, so sagte es unlängst ein Soziologe in einem Vortrag über das Thema ‚Zeit‘, den ich vor kurzem hörte. Wohl wahr. Vielleicht ist dieses unbestimmte Warten aber auch ein Grund für Unruhe und Unrast unserer Tage, wovor anscheinend niemand so recht gefeit ist. Es gilt folglich, das rechte Maß zu finden zwischen Rückblick und Vorausschau, zwischen Vergangenem und dem, auf das wir zugehen. Mit dem ‚Jahr der Freiräume‘ lädt unserer Landeskirche uns alle dazu ein, über unsere Einstellung zur Zeit neu nachzudenken und Wege zu entwickeln, wie wir Unrast und Hektik zurückdrängen können. Ich wünsche Ihnen wie auch mir selbst dabei viel Erfolg!

Ihre

Andreas Dreyer, P.

Kontakte
Andreas Dreyer
Kirchplatz 5
31628 Landesbergen
Tel.: 05025/6358
Kirchenkreis:

Stolzenau-Loccum